Jetzt anrufen: 0201/43 53 40
Telefon

0201/43 53 40

Gärtnerstrasse 42

45128 Essen

8-17 Uhr

Montag-Freitag

Nervosität im Dämmgewerbe

Findet das Dämmen ein jähes Ende?

Im Dämmgewerbe macht sich Nervosität breit

Der schreckliche Hochhausbrand in London. Mindestens 79 Menschen mussten, zum heutigen Stand, in der Ruine ihr Leben lassen. Die Dämmung scheint schuld zu sein, dass sich das Feuer so rasant ausbreiten konnte.

Die Debatte über die Risiken und Sinnigkeit von Fassadendämmungen nimmt mittlerweile auch in Deutschland Fahrt auf. Allem voran die Diskussion, über den Dämmstoff Polystyrol.

Auch, wenn laut nahezu allen Fachleuten, sowie dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, versichert wird, dass solch eine Katastrophe in Deutschland ausgeschlossen sei, sofern die Bauvorschriften und die in Deutschland strengeren Brandschutzbestimmungen eingehalten werden. Trotzdem wurde ebenfalls ein Hochhaus in Wuppertal evakuiert, weil die selben Dämmstoffe verwendet wurden, wie im Londoner Grenfell Tower.

Die Dämmbranche zeigt sich schockiert aufgrund des Brandes, auf der anderen Seite steigt ebenfalls die Nervosität, weil die Debatte um Wärmedämmung wieder stark aufkommt. Die Bauwirtschaft in Deutschland ist auf einem Hoch, trotzdem ist der Markt für Wärmedämmung auf dem absteigenden Ast. Das fünfte Jahr in Folge ist der Absatz zurückgegangen.

Das Land NRW überlegte kürzlich, die Energiesparverordnung komplett auszusetzen, das stärkte die eh schon bestehende Diskussion über Sinn und Unsinn von Wärmedämmung.

CDU und FDP wollten, aufgrund von steigenden Baukosten und knappem Wohnraum, diese Art der “Notbremse” ziehen. Auch CDU/CSU stiegen in den Vorschlag mit ein.

Im Jahr 2016 gab es einen weiteren Tiefschlag für die Dämmbranche. Damals wurden Fassadendämmungen als gefährlicher Abfall eingestuft, die einen geringen Anteil an HBCD besaßen. HBCD ist ein bromhaltiges Brandschutzmittel, welches in den meisten alten, auf Polystyrol basierenden, Fassadendämmungen vorkommt. Das Problem, welches sich aus der Einstufung ergab, war, dass die meisten Müllverbrennungsanlagen keine Lizenz besaßen, die Dämmungen zu vernichten. Außerdem hätten, damit man die Dämmungen vernichten kann, an der Baustelle alle Mörtel und Zementreste entfernt werden müssen. Deshalb wurden die Baustellen gestoppt und das Erscheinungsbild war geprägt von Müllbergen aus Dämmstoffresten.

In den meisten deutschen Hochhäusern kommt mittlerweile Steinwolle als Wärmedämmung vor. Die aus Basalt hergestellte Steinwolle ist ein nachhaltiger Weg das Haus energetisch optimal und, darüber hinaus ,auch gegen Schall zu dämmen. Der einzige Nachteil der Steinwolle: Sie ist deutlich teurer als das, in der Kritik stehende, Polystyrol.

Das Fazit ist, dass es definitiv Alternativen gibt. Die hier vorgestellte Steinwolle, auch wenn sie einen höheren Preis besitzt, oder auch Dämmstoffe wie Schilf oder Gras, obwohl diese erst chemisch behandelt werden müssen damit sie nicht brennbar sind.

Im Bereich der Fassadendämmung hilft es demnach sich zu informieren und lieber ein wenig mehr Geld in die Hand zu nehmen. Nicht nur die folgenden Generationen werden es Ihnen danken!